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Wiesel

Karl Wiesel

Filmkaufmann, geboren am 04.11.1881 in Zurawno, Südgalizien (heute: Schurawno, Ukraine), verheiratet, emigriert am 19.04.1938 nach Kreuzlingen, Schweiz, CH, gestorben am 25.08.1941 in Schiff "Navemar" (02. Elul 5701).

Eltern

Jakob Wiesel, Holzhändler in Zurawno, Rachel/Rahel Wiesel, geb. Epstein, in München

Geschwister

  • Hersch Heinrich, geboren 31.12.1866 Zurawno
  • Rosalia, geboren 05.09.1867 Zurawno
  • Charlotte Leah Katzenell, geboren 04.05.1871 Zurawno, von München nach Wien emigriert, später in Paris, Frankreich; am 03.02.1944 von Drancy mit dem 67. Konvoi nach Auschwitz deportiert und ermordet
  • Mina Spieler, geboren 12.08.1872 Zurawno, gestorben 15.05.1940 München
  • Israel Mayer, gen. Max, geboren 14.09.1873 Zurawno, gestorben 16.05.1921 Sanatorium Kennenburg, Esslingen
  • Aron Epstein, gen. Adolf, geboren 21.05.1875 Zurawno, emigrierte im Dezember 1938 nach Mexiko, remigrierte 1949, gestorben 10.02.1967 München
  • Rebekka Halpern, verw. Baum, geboren 16.05.1876 Zurawno, emigrierte im August 1939 nach Basel, Schweiz
  • Sabina Sarah Diamand, geboren 15.05.1877 Zurawno, gestorben 28.06.1937 München

Ehepartner

  • Heirat am 24.12.1905 in Eger, Böhmen (heute: Cheb, Tschechien) mit Ernestine Wiesel, geb. Kiesel, geboren am 20.03.1884 in Würzburg, gestorben am 09.04.1945 in Cuernavaca, Mexiko.

Kind(er)

  • Julius, geboren am 17.02.1918 in Wien, Österreich

Adressen in München
Zugezogen am 27.02.1896

  • Möhlstraße 9 (seit 17.09.1922)

Weitere Informationen

Karl Wiesel kam über Wien nach München. Anfangs betrieb er in der Dultstraße 2a die Partiewaren-Halle Karl Wiesel. 1910 gründete er mit Isidor Fett das erste Film-Atelier (Bayrische Filmgesellschaft Fett & Wiesel). Er war Direktor der EMELKA und Geschäftsführer der Harry Piel Film Comp.mbH sowie der Weltfilm Gesellschaft.

Fungierte 1932 als 2. Vorsitzender (neben Samuel Knobloch) des Vereins "Linath Hazedek/Agudas Achim".

Laut einem Schreiben vom 18.04.1933 wollte die NSDAP Karl Wiesel in "Schutzhaft" nahmen lassen. Dieser hielt sich jedoch seit Weihnachten 1932 in Tirol auf. 1940 befand er sich zur Kur in Kreuzlingen, Schweiz. Er emigrierte gemeinsam mit der Ehefrau und dem Sohn. Karl Wiesel starb am 25.08.1941 an Bord des Schiffees "Navemar"auf der Überfahrt. Seine Ehefrau starb am 09.04.1945 in Cuernavaca, Mexiko. Sohn Julius lebte später in New York, wo er am 04.03.1996 starb.

Karl Wiesel war Eigentümer der Häuser Möhlstraße 9 (Hirmer-Villa), Rumfordstraße 47 und Widenmayerstraße 3 und mit Isidor Fett Besitzer des Hauses Sternstraße 22. Seine Villa in der Möhlstraße wurde Anfang der 50er Jahre an seinen Erben Max Diamand restitutioniert.

Aufbau, New York, v. 21.11.1941, S. 22: Karl Wiesel tot Karl Wiesel, einer der führenden Männer der deutschen und europäischen Filmbranche, ist, wie wir erst jetzt erfahren, auf dem Unglücksschiff "Navemar" am 25. August, kurz vor seinem 60. Geburtstag, in den Armen seiner Gattin gestorben. Karl Wiesel war geborener Oesterreicher, lebte in München, gründete dort mit seinem Teilhaber die Bayrische Filmgesellschaft Fett & Wiesel, und brachte diese Firma zu grösster Blüte. Einige Jahre später entstand daraus der große Emelka-Konzern, Akt.-Ges., in dessen Direktorium Karl Wiesel einen ersten Platz einnahm. Wiesel gründete u. a. in München zusammen mit einigen Freunden eine der schönsten Synagogen, die einzige, die heute noch besteht und Gottesdienste abhält. Er spendete für Kranken- und Waisenhäuser sowie Ferienkolonien, ohne je viel Worte darüber zu verlieren.

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