Martha Goldschmidt, geb. Koch
geboren am 09.02.1869 in Mainz, verwitwet, deportiert am 23.06.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 13.01.1945 in Theresienstadt (28. Tevet 5705).
ElternLeopold Koch, Kaufmann in Mainz, Babette Koch, geb. Wolfsthal
Ehepartner
- Mendel (Menny) Goldschmidt, Textilkaufmann, geboren am 01.08.1859 in Felsberg, gestorben am 06.04.1924 in Aschaffenburg.
- Else, geboren am 06.08.1892 in Aschaffenburg
- Antonie, geboren am 09.07.1894 in Aschaffenburg
Adressen in München Zugezogen am 30.04.1939 von Aschaffenburg
- Kaulbachstraße 65 (seit 30.04.1939)
- Knorrstraße 148 (seit 17.03.1942)
Tochter Else war in so genannter "privilegierter Mischehe" mit Ferdinand Gerlach verheiratet und lebte in München. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Juni 1941 wurde auch sie von der Deportation bedroht. Sie sollte am 13.01.1944 nach Theresienstadt deportiert werde, entzog sich jedoch durch Flucht. Von der Schwester der Verlobten ihres Sohnes wurde sie bis zur Befreiung auf deren Einödhof bei Assling versteckt. Sie verstarb am 16.04.1963 in München.
Martha Goldschmidt mußte nach ihrer Einweisung nach Milbertshofen täglich 5 Stunden Arbeit in der dortigen Lagerküche leisten. Sie hatte jeden 4. Tag frei und ging an diesen Tagen zu Fuss von Milbertshofen zu ihrer Tochter in die Mauerkircherstraße. Der Enkel berichtete über den Mut, den die zu Deportierende ihrer Tochter zusprach. Von der Deportation gelang eine Karte an die Gerlachs, in der Martha Goldschmidt betont, sie werde versuchen durchzuhalten und wieder nach München zurückzukehren. Das letzte Lebenszeichen von ihr erhielt die Familie Mitte Januar 1945, es war eine Karte vom 08.12.1944. Später berichtete eine Theresienstadtüberlebende, dass sich Martha G. Mitte Dezember 44 den Fuß gebrochen hatte und ins dortige Krankenhaus kam. An den Folgen einer Lungenentzündung und der Unterernährung starb sie am 13. Januar 1945 in Theresienstadt.
Martha Goldschmidt (Transportnr. 388) kam am 24.06.1942 mit Transport II/8 nach Theresienstadt. Von den insgesamt 50 Personen dieser Deportation überlebten nur zwei die Shoah. Laut Toten-Begleitschein des Ältestenrates starb sie am 13.01.1945 um 18 Uhr in Zimmer 13 des Zentralkrankenhauses in der Hohenelber Kaserne (E VI). Die Einlieferung der Leiche erfolgte am 16.01., die Einäscherung wurde am 18.01.1945 vollzogen.
Tochter Antonie Abraham emigrierte im Februar 1939 nach Frankreich, sie starb am 07.08.1954.
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