Dr. med. Julius Mainzer
Prakt. Arzt u. Geburtshelfer, geboren am 29.06.1875 in Nürnberg, verheiratet, emigriert am 18.03.1939 nach Amsterdam, NL, deportiert am 20.01.1944 aus Westerbork (Lager) nach Theresienstadt, ermordet am 30.10.1944 in Auschwitz (13. Cheswan 5705).
ElternBerthold Mainzer, Versicherungsoberinspektor in München, Berta, geb. Loewenmayer
Geschwister
- Lina verheiratete Wyler, geboren am 16.01.1874, in Nürnberg
- Max, geboren am 01.01.1877, in Nürnberg
- Louise verheiratete Bernheim, geboren am 10.07.1878, in Nürnberg
- Eugen, geboren am 27.08.1879, in Nürnberg
- Arthur, geboren am 03.10.1880, in Nürnberg# , gestorben am 13.08.1913 in München.
- Albert, geboren am 07.12.1881, in Nürnberg
- Hermann, geboren am 01.02.1884, in Nürnberg# , gestorben am 25.11.1941 in Kaunas.
- Heirat am 20.11.1923 in München mit Anna Mainzer, geb. Lederer, gesch. Henle, geboren am 11.08.1894 in Reutlingen, gestorben am 30.10.1944 in Auschwitz.
- Margarethe Berta, geboren am 05.06.1912 in München
Adressen in München Zugezogen am 01.01.1903
- Fraunhoferstraße 5 , bei den Eltern (seit 01.01.1904)
- Erhardtstraße 6 , Lottenschmid (seit 03.11.1924)
- Dachauer Straße 187 (seit 13.09.1937) (bis 18.03.1939)
Julius Mainzer studierte an der Universität Tübingen Medizin und erhielt 1901 die Approbation.
Er war praktischer Arzt und Geburtshelfer und betrieb seine Praxis seit 1904 in der Fraunhoferstraße 5/I, später, 1924 bis 1937 in der Erhardstraße 6. 1937 übernahm er die Praxis von Dr. Fritz Feuchtwanger in der Dachauer Straße 187, die ihm 1938 entzogen wurde.
Er emigrierte am 18.03.1939 nach Holland (als Transitland nach den USA). Ein Teil seiner Sachen wurde nach Los Angeles geschickt und dort schließlich versteigert, da die Einlagerungskosten nicht mehr bezahlt werden konnten. Mit seiner Frau lebte er im Februar 1941 in der Stadionplein 23/III in Amsterdam. Im Oktober 1943 wurde er im Lager Westerbork interniert. Mit Transport XXIV/2 wurde er (Transportnr. 470) mit seiner Ehefrau am 20.01.1944 nach Theresienstadt deportiert. Von den insgesamt 870 Personen dieses Transportes überlebten 157 die Shoah, das Schicksal von 17 Personen ist nicht aufgeklärt. Mit Transport Ev wurde das Ehepaar Mainzer am 28.10.1944 weiter nach Auschwitz deportiert, beide wurden wohl unmittelbar nach Ankunft ermordet. Von den insgesamt 2032 Personen dieses Transportes wurden 1859 Opfer der Shoah. Einige Tage nach Ankunft des Transportes wurden die Vergasungen in Auschwitz eingestellt.
Die Mutter seiner Tochter ist die Nichtjüdin Rosa Haid (geboren 06.06.1877 München, gestorben 10.07.1958 München), mit der Dr. Mainzer in erster Ehe v. 30.03.1911 bis 09.07.1923 verheiratet war.
2003 nahm die Uni Tübingen offiziell die Aberkennung der Doktorgrade zurück. In der veröffentlichten Liste ist unter Nr. 25 Dr. med. Julius Mainzer aufgeführt.
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